Warum in Andalusien?

Das hat neben dem schöneren Wetter auch einige ernste Hintergrunde, die wichtigsten wollen wir hier gerne nennen:

Zum ersten sitzt unsere Firma an einem historisch (nicht nur fürs Destillieren!) bedeutsamen Platz. In Südandalusien (Tarifa) wurde vor etwa 1500 Jahren die Kunst der der Destillation von den Mauren mit nach Europa gebracht. Die maurischen Destillen wurden damals zwar ausschließlich zur Herstellung ätherischer Öle verwendet, die ersten Alkoholdestillen entwickelten sich aber ebenfalls in Andalusien (Cordoba) und verbreiteten sich von da aus durch reisende Mönche ins restliche Europa.


Fahrzeugbeschriftung

Als zweites, verläuft die iberische Kupferader durch Südwestandalusien (bei Huelva/Sevilla). Das Gebiet um den Rio Tinto ist das älteste noch in Betrieb befindliche Bergbaurevier der Welt - auch wenn Kupfer heute teuer und bei ständig steigenden Preisen auf dem Weltmarkt eingekauft wird. Trotzdem erklärt das warum sich in Spanien und Portugal von alters her die Kupferschmiedekunst hoch entwickeln und bis in die Neuzeit erhalten konnte ...


Kupfermine Ruinen am Rio Tinto bei Sevilla

Zum dritten ist das gesamte Gebiet berühmt für gute Weine (z.B. der Sherry) und Destillate. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit stammen die ersten gebrannten Weine (Brandys) und Tresterschnäpse ebenfalls aus Andalusien - die Besten jedenfalls kommen heute noch aus dieser Gegend. Was Schottland für den Whiskykenner und Frankreich für den Cognacliebhaber, das ist Südandalusien (Jerez) für den Freund edler Branntweine. Es gibt keine weiteren Herkunftsgebiete, in denen mit traditionellen Alembiks Destillate dieser Qualitäten und Bekanntheitsgrade gebrannt werden. Unsere Destillen konnten sich daher nur in Schottland, Frankreich oder Spanien entwickeln. Übrigens gibt es auch andere Brennereien in der näheren Umgebung, so wird z.B. bei Larios in Puerto de Santa Maria der berühmte Gin gebrannt.


Jerez de la Frontera Die Stadt der Bodegas, Brandys, Sherrys und Destillen.

Zum letzten bleiben natürlich die Behörden zu nennen, die sich in Spanien toleranter verhalten. In Spanien darf man transportable Destillen und Destillieranlagen frei an jedermann verkaufen und jeder darf sie besitzen. In vielen anderen Ländern bestehen Branntweinmonopole, die den freien Verkauf verbieten weil der Staat den Alkohol mit hohen Steuern belegt. Offensichtlich bangen manche Staaten um die hohen Einnahmen an Alkoholsteuern, denn wenn jeder selbst das Obst aus seinem Garten traditionell destillieren könnte, würde man weniger Industriealkohol im Supermarkt einkaufen.


Finca in Andalusien Wein, Weinbrände und Tresterschnäpse gehören in Spanien zum Alltag

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